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2011-01-18 - Leibniz-Graduiertenschule startet im Frühsommer
Eine Mio Euro aus dem "Pakt für Forschung" für Genetik der Synapsen
In einer Kooperation zwischen dem Leibniz-Institut für Neurobiologie, der Fakultät für Naturwissenschaften und der Medizinischen Fakultät wurde eine neue Graduiertenschule für Magdeburg eingeworben, die den neurowissenschaftlichen Schwerpunkt der OvGU unterstützt. Unter Federführung des LIN (4 Teilprojekte) werden die Wissenschaftler der FME (3 Teilprojekte) und der FNW (1 Teilprojekt) in der Graduiertenschule gemeinsam das Thema ‚Synapsengenetik’ bearbeiten.
Synapsen sind Schlüsselstrukturen der Kommunikation im Nervensystem. Sie bilden sich während der Hirnentwicklung zunächst spontan aus und werden in einem anschließenden Reifungsprozess des heranwachsenden Organismus weiter auf- und umgebaut, bis ein leistungsfähiges Gehirn entstanden ist. Während dieses Reifungsprozesses werden häufig kommunizierende Synapsen stabilisiert, und seltener benutzte Synapsen eliminiert, bis ein komplex verschaltetes neuronales Netzwerk aufgebaut werden konnte. Solche Netzwerke sind an allen Leistungen unseres Gehirns inklusive Lern- und Gedächtnisvorgängen und der Regulation von kognitiven Prozessen beteiligt. Entsprechend sind Funktionsstörungen von Synapsen bzw. von ihren molekularen Bausteinen, sogenannte ‚Synaptopathien’, häufig ursächlich mit neuro¬psychiatrischen Erkrankungen assoziiert. Viele dieser ‚Synaptopathien’ (z.B. Formen von mentaler Retardierung, Autismus, Schizophrenie, Affektive Störungen, Epilepsie, Morbus Parkinson oder Morbus Alzheimer) sind genetisch bedingt oder haben eine stark genetische Komponente in ihrer Ausprägung. Die Erforschung von Tiermodellen wie Maus und Drosophila sowie verfeinerte genetische Methoden wie etwa Technologien der Next-Generation-Sequenzanalyse oder der Funktionsgenomik haben die Erforschung von Hirnfunktionen und deren Störungen maßgeblich vorangetrieben. Dieser Thematik soll die neue Leibniz Graduate School gewidmet sein, die am 1. April 2011 ihre Arbeit aufnehmen wird.
Die neue Graduiertenschule hat sich im hoch kompetitiven Wettbewerbsverfahren der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz (WGL) durchgesetzt und wird aus dem „Pakt für Forschung und Innovation“ der Leibniz-Gemeinschaft über 4 Jahre finanziert. Sie verfolgt das Ziel, im Rahmen eines interaktiven Forschungsverbundes synaptische Funktionen und pathologische Dysfunktionen sowie deren Bedeutung bei Verschaltungs- und Lernmechanismen mit modernsten Ansätzen der Human-, Maus- und Fliegengenetik zu studieren und Doktoranden und Masterstudenten, die sich mit genetisch bedingten Synaptopathien und Verschaltungsstörungen im ZNS befassen bzw. moderne genetische Methodik zur Erforschung von Synapsenfunktionen nutzen möchten, umfassend auf dem Gebiet der Neurogenetik auszubilden. Damit wird die Schule eine Lücke im Magdeburger Forschungs- und Ausbildungskonzept zwischen dem Master/PhD-Studiengang ‚Integrative Neuroscience’, dem DFG-Graduiertenkolleg ‚Zell-Zell-Kommunikation im Nerven- und Immunsystem’ und den DFG-SFBs 779 ‚Neurobiologie motivierten Verhaltens’ und SFB 854 ‚Molekulare Organisation der Zellulären Kommunikation im Immunsystem’ schließen.
Die 8 Teilprojekte werden ganz unterschiedliche Fragestellungen der Synapsenbiologie an Fliege, Maus oder menschlichen Probanden und Patienten bearbeiten und dadurch den Kollegiaten ein möglichst breites Ausbildungsspektrum anbieten.
Gegenwärtig beginnt die Rekrutierung der Kandidaten, damit die Graduate School im Frühjahr 2011 mit 8 Doktoranden und 5 Masterstudenten starten kann.
Kontakt: Prof. Eckart Gundelfinger oder PD. Dr. Constanze Seidenbecher, LIN; Prof. Martin Zenker, FME; Prof. Oliver Stork, FNW.
Weitere beteiligte Wissenschaftler: Jun.-Prof. Tanja Brigadski, Dr. Daniela Dieterich, Dr. Anna Fejtova, Prof. Mario Engelmann, Prof. Klaus-Dieter Fischer, Prof. Volkmar Leßmann, Dr. Björn Schott, Dr. Uli Thomas.

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