Ivan Izquierdo zu Besuch in Magdeburg

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des LIN trauern um Ivan Izquierdo, einen der bedeutsamsten Neurowissenschaftler und Pionier auf dem Gebiet der Lern- und Gedächtnisforschung. Er beschäftigte sich damit, welche Mechanismen eine Rolle spielen, wenn wir Erinnerungen erwerben oder verlieren. Eines der wichtigsten Ergebnisse seiner Forschung: der Nachweis der Existenz von Langzeit- und Kurzzeitgedächtnis, die gleichzeitig, aber durch unterschiedliche Mechanismen gebildet werden.

Seine Forschungsarbeit konzentrierte sich auf die biologischen Mechanismen von Gedächtnisprozessen, wobei er mehrere experimentelle Ansätze einsetzte, die von der Verhaltenspsychobiologie bis zur Neurochemie, Pharmakologie, Neurophysiologie und experimentellen Neurologie reichten. In seiner 60-jährigen Forschungs- und Lehrtätigkeit hat Izquierdo mehr als 700 wissenschaftliche Artikel veröffentlicht und mehr als 60 nationale und internationale Auszeichnungen für seine Arbeit erhalten.

Bereits in den 1980er Jahren besuchte Izquierdo das Magdeburger Institut für Neurobiologie und Hirnforschung, das Vorgängerinstitut des LIN, zum ersten Mal und war in den darauffolgenden 30 Jahren regelmäßig zu Gast bei uns. Er schätzte den fachlichen Austausch und war eng mit seinen wissenschaftlichen Kolleginnen und Kollegen in Magdeburg verbunden.  Im Jahr 2010 hielt er die erste Matthies-Gedächtnisvorlesung zu Ehren des Magdeburger Neurowissenschaftlers Hans-Jürgen Matthies. 

Izquierdo wurde 1937 in Buenos Aires geboren und zog 1973 nach Brasilien, wo er Generationen von Hirnforschern ausbildete und inspirierte. Am 9. Februar ist der bekannte Neurowissenschaftler im Alter von 83 Jahren verstorben.

Durch seinen Tod verliert das LIN einen langjährigen Weggefährten und engen Vertrauten, der mit seiner Forschung wegweisend für die Lern- und Gedächtnisforschung war. 

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